Erster Eindruck: Abholung Hyundai Kona EV in Acid Yellow

Heute am 07.11.2018 war es soweit. Nach der Bestellung des Fahrzeugs bei INSTADRIVE im September konnte ich nun den “Kona Elektro” in der Farbe Acid Yellow inkl. Schiebedach abholen. Bisher bin ich nur 18 km insgesamt gefahren, weshalb sich mein erster Beitrag hauptsächlich auf meinen ersten Eindruck innerhalb dieser wenigen gefahrenen Kilometer beschränkt. Am Wochenende habe ich gleich eine Strecke von insg. 4x60km (120km pro Tag davon) zu fahren – in etwa jene Strecke, die ich auch mit dem Nissan Leaf regelmäßig gefahren bin und ich bin hier definitiv schon auf einen Verbrauchsvergleich mit ähnlichen Geschwindigkeiten gespannt. Natürlich wird das Wetter eine kleine Rolle spielen, aber diese “Hausstrecke” bietet einen guten Vergleichswert.

Zum Fahrzeug selbst möchte ich gar nicht allzuviele Worte verlieren, da dieses in den vergangenen Wochen bereits von zahlreichen Bloggern & Youtubern im Detail vorgestellt und “zerlegt” wurde. In Österreich gibt es nur eine einzige Ausstattungsvariante “Level 5” bereits mit allen Extras inkludiert, wie z.B. LED Beleuchtung, alle möglichen Sensoren und Sicherheits- bzw. Assistenzfeatures, und ist somit auch in einer höheren Preisklasse angesiedelt (wobei der hohe Preis hauptsächlich durch die flüssigkeitsgekühlte 64kWh Batterie zustandekommt). Als zusätzliche Optionen gibt es nur noch Lederausstattung (inkl. Belüftung und Sitzheizung) und Schiebedach auszuwählen, welche bei meinem Fahrzeug mit dabei sind.

Der erste Eindruck beim Betreten der Garage von INSTADRIVE? Wow. Oder besser gesagt: Woooow 🙂

Die bewusst gewählte, grelle Farbe in Acid Yellow fällt sofort auf und ist ein Hingucker. Am Foto bzw. am Bildschirm kommt diese Metallic-Farbe nicht so rüber wie es in echt aussieht. Evtl. muss ich mich nochmal etwas bei Tageslicht mit anderen Kamera-Einstellungen spielen oder die Farbeinstellung am Monitor ändern 🙂 Auf dem Foto schaut es mehr gelblich aus, in echt schimmert es eher leicht grünlich, was mir besonders gut gefällt, auf jeden Fall besser als diese rötlich-orange “Tangerine Comet“. Als zweite Wahl für mich wäre auch noch Ceramic Blue eine Option gewesen (die übrigens zumindest bei INSTADRIVE die am häufigsten gewählte Farbe bisher ist), habe mich aber für die auffälligere Farbe entschieden.

Ich bin nach Übergabe der Dokumente und Schlüssel mit dem Fahrzeug aus der Garage rausgefahren und im Vergleich zum Leaf gleich mal etwas ruckartiger gestartet als gewohnt. Gut, das Fahrzeug hat ein paar mehr kW Motorleistung (150kW/204 PS statt 110kW/150PS wie im Leaf), aber in diesem Fall war es vielmehr die nicht aktivierte Auto-Hold Funktion, die mich anfangs irritierte – nachdem ich ja das e-Pedal beim Nissan Leaf ständig aktiviert hatte und davon doch stark verwöhnt bin/war. Die Auto-Hold Funktion, also dass das Fahrzeug bei komplettem Stillstand nicht von alleine weiterrollt, muss man leider nach jedem Fahrzeugstart wieder neu aktivieren, genauso wie die “DRIVE”-Modi, also ob Eco, Normal oder Sport-Modus. Per Default startet das Fahrzeug offenbar immer im normalen Modus.

Ich bin jetzt die letzten Monate über 9000km mit dem Leaf den Großteil im sportlicheren (= nicht ECO) Modus gefahren und habe auch hier beim Kona EV gleich in den Sport-Modus geschaltet, da ich die Möglichkeit eines spritzigeren Starts sehr schätze. Bei zurückhaltender Fahrweise kam beim Leaf beim Sport-Modus der gleiche Verbrauch wie in ECO zustande, ich schätze, dass es beim Kona EV nicht viel anders sein wird.

Am INSTADRIVE-Parkplatz habe ich dann noch mindestens eine halbe/dreiviertel Stunde damit verbracht, alle Einstellungen anzupassen, Bluetooth und WLAN einzurichten usw. Über den integrierten WLAN-Client kann man sich mit einem WLAN-Hotspot (z.B. übers Handy) verbinden und somit an aktuelle Verkehrsdaten über die integrierten TomTom Live-Services gelangen. Testweise hatte ich eine Route im Navi eingegeben und nach einer kurzen Zeit wurde mir dann sogar eine alternative/schnellere Route präsentiert (-6min). Die Heimfahrt habe ich aber trotzdem mit Android Auto bzw. Google Maps angetreten, sicher ist sicher 🙂 (vor allem auch, weil das Navi im Nissan Leaf oft nicht zu gebrauchen war und ich daher skeptisch bin).

Bei Übergabe war der Akku nahezu voll geladen und zeigte bei 97% SOC eine Reichweite von 463km an. Natürlich basiert dies auf Berechnungen der vorherigen Fahrweise und es wird sich zeigen, was nun die effektive Reichweite bei meinem Fahrprofil bzw. Fahrweise (in Abhängigkeit der Strecke & Wetter) sein wird.

Insgesamt wurden zwei Fahrstrecken aufgezeichnet, einmal wohl im Werk oder vermutlich eher beim Abladen vom Schiff Ende August, und einmal die Fahrt vom Händler zu INSTADRIVE :)
Insgesamt wurden vor meiner Übergabe zwei Fahrstrecken aufgezeichnet, einmal wohl im Werk oder eventuell auch beim Abladen vom Schiff Ende August, und einmal die Fahrt vom Händler zu INSTADRIVE 🙂
97% SOC = 463km Reichweite bei Übergabe
97% SOC = 463km Reichweite bei Übergabe
Aktuelle Firmwareversion meines Konas
Aktuelle Firmwareversion meines Konas

Im Goingelectric.de Forum wurde in diversen Beiträgen bemängelt, dass im Fahrzeug-Innenraum noch Glühlampen oder ähnliche alte Technik verbaut sei. Dies ist zumindest in der österreichischen Variante Level 5 nicht der Fall (zumindest bei den Lichtern, die relevant sind). Sowohl das Licht vorne bzw. im Fahrgastinnenraum sind helle LED Lampen. Im Kofferraum habe ich leider nicht bewusst nachgesehen (aber beim Öffnen war es jedenfalls ausreichend hell, ein Gelbstich wäre mir vermutlich aufgefallen), aber ansonsten entdeckte ich nur bei der Beleuchtung beim Makeup-Spiegel eine Art von alten Glühlampen.

Update: nach Hinweis aus dem Goingelectric.de Forum hat mein Fahrzeug aufgrund der Schiebedach-Ausstattung die LED Lichter innen verbaut! Die Hersteller sparen wirklich an jeder Stelle 🙂

Genauso wie in Österreich nicht einmal ein Typ2 Ladekabel im Lieferumfang ist, das man an nahezu jeder öffentlichen AC Station benötigt. Selbst der kostengünstigere Leaf hat das dabei.

LED Beleuchtung vorne (innen)
LED Beleuchtung Fahrgastinnenraum
Einzig entdeckte Glühlampe beim Makeup-Spiegel, die aber nicht stört, da ich das nie brauche 😉

Bezüglich Licht, der Kona EV verfügt auch über LED Lampen (sowohl Abblendlicht als auch Fernlicht) und ich muss sagen, dass dies eine starke Verbesserung gegenüber den Halogenlampen beim Leaf darstellt. Beim Fahren in der Stadt war es schon auffällig, wie weit das Licht strahlt. Bin schon auf erste Tests auf der Autobahn bzw. Landstraße gespannt.

LED Abblendlicht
LED Abblendlicht
LED Fernlicht
LED Fernlicht

Hier etwas mehr zum Licht beim Nissan Leaf.

INSTADRIVE bietet auch eine Reifen-Option an, die ich gewählt habe. Man sucht sich seine Wunschreifen aus, welche dann bei diversen Partnerunternehmen gewechselt werden können. Der andere Reifensatz wird dann dort auch gleich eingelagert. Wenn man gerne selber schraubt oder eine ausreichend große Garage hat, kann man sich dies wohl sparen, aber dies ist in jedem Fall eine sehr kostengünstige Option. Ich habe mich übrigens für die Continental WinterContact TS 860 entschieden, bin schon gespannt.

Winterreifen im Gepäck 🙂

Wenn wir schon bei den Reifen sind. Gleich nach Abfahrt ist mir der “Lärm” aufgefallen. Es ist für mich persönlich keineswegs störend, aber der Nissan Leaf ist bei gleicher Geschwindigkeit (~50km/h Ortsgebiet) auf der gleichen Straße definitiv um ein Eck leiser gewesen (ich bin heute zuvor mit einem ausgeborgten Nissan Leaf von INSTADRIVE exakt die gleiche Strecke gefahren). Nachdem ich dann aber sowieso meine Musik aufgedreht habe, war davon nichts mehr zu hören 😉 Im Goingelectric Forum werden die ab Werk installierten Nexen Reifen als Lärmverursacher vermutet, wie auch eine “sparsamere” Variante der Dämmung.

Desweiteren ist die immense Leistung von 150kW/204 PS gepaart mit dem Vorderradantrieb und vielleicht nicht so optimalen Reifen ab Werk auch bemerkbar bei spritzigeren Ampelstarts. Gleich bei der ersten Ampel habe ich mal etwas fester ins Strompedal getreten und merkte schon ein leichtes Durchdrehen der Räder – und das obwohl ich nicht einmal richtig fest reingetreten bin sondern sogar eher vorsichtig 🙂

Nachdem ich nun insbesondere auch den Sitz auf meine Sitzposition eingestellt hatte (mit elektrischer Einstellfunktion, aber ohne Memory, was für mich nicht relevant ist, da nur ich fahren werde), ist mir gleich das Schiebedach aufgefallen. Zum Einen positiv – juhu Schiebedach! Aber auch aufgrund meiner Größe von 186cm etwas irritierend, da der Rahmen rund um das Schiebedach innen gepolstert ist und ich hier trotz (oder wegen.. 🙂 ) meiner aufstehenden Kurzhaarfrisur dort manchmal leicht ankomme/streife. Dies ist mir beim Probesitzen im Kona EV ohne Schiebedach nicht aufgefallen. Bei größeren Personen (je nach Verhältnis Beinlänge/Oberkörper) könnte dies eventuell noch mehr stören, da der Sitz auch nicht mehr weiter nach unten verstellbar war. Nachtrag: am 10.11.2018 hatte ich eine Person mit 189cm Körpergröße Probe sitzen und hier waren noch ca. 2cm Platz (2 Finger) nach oben. Es hängt also wirklich stark davon ab, ob man eher lange Beine oder Oberkörper hat.

Es wird auch in den Foren oft die etwas breitere Mittelkonsole bemängelt. Für mich persönlich und bei meiner Sitzposition stört mich diese während der Fahrt überhaupt nicht. Ich bin nur in flotteren Kurven angekommen und fand diese Stütze dann sogar recht praktisch 😉

Schiebedach-Polsterung innen
Schiebedach von außen/oben
Schiebedach von außen/oben

Bei der Fahrt nach Hause habe ich auch Messungen am Handy mit GPS gemacht, wie weit die Geschwindigkeit vom Tacho abweicht. Es waren sowohl bei 30km/h als auch bei 50km/h mit den ab Werk verbauten 17″ Reifen ca. 4-5km/h Abweichung zur GPS-Geschwindigkeit. D.h. bei 50km/h auf dem Tacho zeigte mir das GPS 45km/h an. Diese Abweichung ist ähnlich zum Nissan Leaf, der bei den 17″ Reifen auch die gleiche Abweichung hatte und bei 16″ sogar noch mehr.

Die erste 13km lange Teilstrecke ging durch die Stadt auch über Stadtautobahn (max 80km/h), aber es staute sehr, weshalb hier zum Großteil nur Stop-and-Go Verkehr war. Ich bin diese Strecke bei 14-16° Außentemperatur in 24min gefahren bei einem Verbrauch von 9,8kWh/100km. Der Wert ist recht gut trotz Sport-Modus und spritzigeren Ampelstarts, muss aber fairerweise sagen, dass auf diesem Autobahn-Stück in Wien auch andere Fahrzeuge sehr sparsam unterwegs sind (hatte dort mit dem Leaf auch nicht viel mehr Verbrauch als 10-11kWh/100km). Es wird sich also noch zeigen, was das Fahrzeug im Alltag verbraucht und welche Restreichweiten angezeigt werden. Aber bei 10kWh/100km im Stadtverkehr wären rein rechnisch schon mal 640km möglich. Nachdem ich relativ viele Autobahn-Strecken fahren werde, rechne ich eher mit dem doppelten Verbrauch, wenn nicht sogar etwas mehr, und einer guten Reichweite von über 300km.

Verbrauch von 9,8kWh/100km bei meiner ersten Fahrstrecke über 13km durch die Stadt
Verbrauch von 9,8kWh/100km bei meiner ersten Fahrstrecke über 13km durch die Stadt

Ansonsten.. das Head-Up Display ist ein nettes Gimmick, es wird sich zeigen, ob ich das aktiv verwenden werde. Bisher ging der Blick immer noch wie gewohnt auf den Tacho runter anstatt auf halber Höhe beim Display zu enden. Ist vermutlich auch Gewöhnungssache. Desweiteren finde ich die Rückfahrkamera zumindest von der Auflösung etwas besser als im Nissan Leaf, aber mir wird definitiv die 360° Kamera fehlen, die beim Einparken eine super Unterstützung war, ob man nun exakt gerade zwischen den Markierungen steht oder gleich beim Randstein ankommt 🙂 Die Parksensoren bzw. der Abstand wird im kleinen Display neben dem Tacho angezeigt. Dies war für meine Größe aber nicht wirklich gut erkennbar, da hier beim Rangieren das Lenkrad meist im Blickfeld war.

Rückfahrkamera in guter Qualität (in der Nacht)
Rückfahrkamera in guter Qualität (in der Nacht)
Anzeige der Parksensoren im kleinen Display neben dem Tacho
Anzeige der Parksensoren im kleinen Display neben dem Tacho

Nach nun insgesmt 18km Fahrstrecke zeigt das Display eine Restreichweite von 433km an.

Auf dem Screenshot zuvor ist auch noch zu erkennen, dass ich “AUTO Rekuperation” aktiviert habe. Ich war auf der ersten Fahrstrecke ganz zufrieden damit, werde aber wohl auch noch testen wie sich die Padels im Kona verhalten. Im Ioniq habe ich diese ja schon 2017 kennengelernt. Dort fand ich das Konzept recht gut und schnell anpassbar. Gewohnt vom Leaf, den ich immer im B-Modus mit e-Pedal in der stärksten Rekuperation gefahren bin, habe ich auch die Einstellungen angepasst und für alle Drive-Modi des Kona die Reku auf die höchste Stufe gestellt.

Die AUTO Rekuperation hat gefühlt eine mittlere Stärke im normalen Fahrverhalten, wenn jedoch ein Fahrzeug vor dem eigenen erkannt wird, dann bremst (eigentlich: rekuperiert) der Kona damit automatisch stärker und hält Abstand. Ob er komplett zum Stillstand bremst habe ich mich nicht getraut zu testen, es wirkt jedenfalls nicht so und er rollt langsam auf den Vordermann zu. Ganz zum Schluss benötigt man daher die Bremse bzw. lt. Video eines Youtubers aus UK kann man das Fahrzeug auch durch langes Drücken des Padels am Lenkrad zum Stillstand bringen. Dies habe ich noch nicht getestet, die erste und eingelernte Reaktion war die Bremse zu betätigen 😉

Das Fahrzeug macht jedenfalls einen Riesenspaß und fährt sich super, soweit ich das in der kurzen Fahrstrecke nun beurteilen kann. Kommendes Wochenende kann ich dann den Verbrauch bei Autobahnfahrten (~70-80% Anteil) abschätzen und werde auch den Verbrauch messen bei langsameren Fahrten von ~120km/h Tacho bzw. in normalem Verbrenner-Fahrstil (~130+km/h lt. Tacho) und dies mit dem Nissan Leaf vergleichen, da ich hier die Werte für die gleiche Strecke bereits gut dokumentiert habe.