Erfahrungsbericht Nissan Leaf – Tag 2 – Etappe 3 – Punktlandung

Am Sonntag den 18. März 2018 ging es nun weiter – Heimreise! Von Bad Hall zuerst nach Steyr, um dort noch einen weiteren kurzen Familienbesuch zu absolvieren. Das Wetter war winterlich. Der Leaf war zwar über Nacht in der Garage, welche aber nicht gedämmt ist.

Es hat geschneit! Bis zur Abfahrt um ca. 1045 Uhr war das meiste aber schon wieder weg.
Es hat geschneit! Bis zur Abfahrt um ca. 10:50 Uhr war das meiste aber schon wieder weg.
Ladestand bei Abfahrt, 98% SOC, 219km Restweichweite angezeigt - dass es anders kommen wird, damit hatte ich gerechnet, aber dass es so knapp wird hätte ich auch nicht gedacht
Ladestand bei Abfahrt, 98% SOC, 219km Restweichweite angezeigt – dass es anders kommen wird, damit hatte ich gerechnet, aber dass es so knapp wird, hätte ich auch nicht gedacht – basierend auf der locker geschafften 200km Strecke vom Vortag. Topologie und Wetter (Minusgrade) spielen eine große Rolle.
Batterietemperatur im normalen Bereich, Auto war in der Garage und zeigt daher noch 8° Außentemperatur an, es war außen aber viel kälter
Batterietemperatur im normalen Bereich, Auto war in der Garage und zeigt daher noch 8° Außentemperatur an, es war außen aber viel kälter
Hier noch ein Extra Zubehör: Ladekantenschutz außen - wirkt sehr edel und bringt hoffentlich auch etwas
Hier noch ein Extra Zubehör: Ladekantenschutz außen – wirkt sehr edel und bringt hoffentlich auch etwas
Leaf Spy Daten bei Abfahrt, bedingt durch das Vorheizen war ich nicht ganz auf 100% SOC
Leaf Spy Daten bei Abfahrt, bedingt durch das Vorheizen war das Auto nicht ganz auf 100% SOC bzw. hat auch Nissan Connect EV zuvor gemeint, dass noch 1h Laden notwendig gewesen wäre.

Der erste Teilabschnitt der dritten Etappe war wie gesagt von Bad Hall nach Steyr, hier das Höhenprofil:

Höhenprofil von Bad Hall nach Steyr (goingelectric.de)
Höhenprofil von Bad Hall nach Steyr (goingelectric.de)

Das Wetter war ziemlich winterlich. Es war kalt (von -2 bis -4 Grad Celsius) und windig mit Schneeverwehungen auf der Straße. Dem Verkehr entsprechend (hatte wen vor mir) bin ich eher gemäßigt gefahren mit ~90km/h lt. Tacho auf der Landstraße.

Schlechte Witterung
Schlechte Witterung

Im Stadtverkehr in Steyr hatte ich zum ersten Mal den – ich denke – Notbremsassistenten aktiviert bekommen. Ich fuhr die erlaubten 60km/h und dann kam ein sehr schmales Streufahrzeug am rechten Fahrbahnrand, beim Vorbeifahren habe ich nicht geblinkt und kam etwas über die Spur und das Lenkrad begann zu vibrieren. Soweit so bekannt wenn man nicht blinkt, aber wie ich dann auf Höhe des Fahrzeugs war, bremste der Leaf plötzlich stark ab. Woran es genau lag weiß ich nicht, könnte des vor mir fahrende Fahrzeug gewesen sein oder dieser Streuwagen.

Bei Ankunft in Steyr habe ich probeweise wieder den Schuko-Ladeziegel angehängt, weil die Heizung während meiner kurzen Anwesenheit im Auto ständig weiterlief (Kind blieb sitzen). Das Auto hat jedenfalls sehr schlimm ausgesehen von der kurzen Fahrt über 21km von Bad Hall nach Steyr. Durchschnittsgeschwindigkeit war 56km/h. Der Verbrauch ist leider am Foto jetzt nicht mehr erkennbar. SOC war bei 86% mit Restreichweite von 210km, was sich auch noch mit Leaf Spy deckt:

Leaf Spy, Ankunft in Steyr
Leaf Spy, Ankunft in Steyr
So schlimm hat das Auto ausgesehen. Ein Dreck/Salzgemisch das komplett angefroren war.
So schlimm hat das Auto ausgesehen. Ein Dreck/Salzgemisch das komplett angefroren war.
Mmmmh
Mmmmh

Die Scheinwerfer waren komplett dreckig und die habe ich vor der Abfahrt noch gereinigt, ebenso die Kameras/Sensoren.

Stockfoto-Qualität? :)
Stockfoto-Qualität? 🙂

Bei Abfahrt hatte ich lt. Leaf Spy 86,4% SOC bzw. genau 34kWh verfügbaren Akku. Dass meine noch zu fahrende Strecke von 147km großteils Autobahn somit etwas knapp werden könnte, war schon zu erwarten – und hat sich auch bestätigt. Hier noch das Höhenprofil auf der A1, relativ hügelig:

Höhenprofil restliche Etappe (goingelectric.de)
Höhenprofil restliche Etappe (goingelectric.de)

Ich fuhr anfangs auf der Autobahn noch mit ~124km/h lt Display = ~115km/h GPS. Ich reihte mich dann aber wie ich kopfrechnerisch bemerkte, dass es das nicht spielen wird, rechts hinter einem Fahrzeug mit Anhänger mit ausreichend Abstand ein (kein Windschatten fahren) und fuhr ungefähr mit 110-116km/h Tacho = 100-107km/h GPS die A1 entlang (mal mehr, mal weniger zwischendurch, je nach Verkehr). Irgendwann hat mich dann mal ein Ioniq überholt mit Melker Wunschkennzeichen, Grüße! 🙂

Um 12:49 Uhr hatte ich noch 53km Strecke zu fahren, lt. Navi noch 32 Minuten Fahrzeit. Leaf Spy zeigte zu diesem Zeitpunkt 39% SOC an, bzw. 15,3 kWh verfügbare Kapazität. Das Auto selbst zeigte 27% SOC bzw. 62km Restreichweite bei -2° Außentemperatur. Ich fuhr die gesamte Strecke übrigens im ECO-Modus bzw. “B”. Nachdem 53km zu fahren waren und nur 62km Restreichweite angezeigt wurden, musste ich die Geschwindigkeit von 116km/h (Display) noch etwas reduzieren. Beim Knoten St. Pölten zur S33 hatte ich noch 46km Restreichweite lt. Auto bzw. 33% SOC  und 13,2kWh verfügbare Kapazität lt. Leaf Spy.

Die S33 fuhr ich dann mit 110km/h lt Display = 100km/h GPS bis nach Grafenwörth durch. Bei 9% SOC lt. Auto und 20km Restreichweite bei 110km/h kam dann die Meldung, dass ich am besten laden sollte. Lt. Navi waren es noch 6km nach Grafenwörth bzw. ~12km nach Hause.

Bei der Abfahrt in Grafenwörth testete ich auch mal bewusst die Rekuperation. Also habe ich vorher beschleunigt und dann mit e-Pedal und Bremse gebremst. Am Display von Leaf Spy waren Reku-Werte von über 52kW ersichtlich. In den Logs geht es aber nur bis ca. -20000W. Ich habe mal beim Entwickler nachgefragt, ob hier ein Bug besteht bzw. wie weit mitgeloggt werden kann.

In Grafenwörth wollte ich nochmal die Maingau Chargecloud App testen, da diese sogar als Roaming-Station angezeigt wird, aber funktionierte leider wieder nicht, da keine Zahlungsdaten hinterlegt sind (bzw. als Österreicher nicht eingestellt werden können). Der Support hat sich leider bis dato noch nicht gemeldet, außer mir meinen Vertrag geschickt.

Ich kam nun also beim EVN Schnelllader in Grafenwörth um 13:18 Uhr an. 5% SOC. 10km Rest:

Boardcomputer Infos bei Ankunft in Grafenwörth
Boardcomputer Infos bei Ankunft in Grafenwörth
Leaf Spy Infos bei Ankunft in Grafenwörth
Leaf Spy Infos bei Ankunft in Grafenwörth

Ich hab dann die Tanke Wien Karte gezückt, weil ich nur 10min Laden wollte bzw. konnte (Termindruck Geburtstagsfeier ;)) Diese kostet 9,60 Euro pro Stunde und ist auf 10 Minuten getaktet. Ansonsten wäre die EVN Karte für 4 Euro bei 30min (für DC) günstiger gekommen. Am günstigsten wäre natürlich die Maingau Chargecloud App mit 5 ct/min gekommen, aber…

Einziges großes Manko an diesen Ladestationen – es wird nicht angezeigt, wann der Ladevorgang begonnen hat bzw. wie weit dieser in der Zeit fortgeschritten ist. Ich konnte also nur raten, ob ich innerhalb der 10 Minuten Taktung abgedreht habe. Es wird nämlich nur die verbleibende Ladezeit angezeigt, die sich aber theor. je nach Auto dann ändern kann, wenn der Leaf meint er wird zu warm und runtertaktet.

Also nach ungefähr 7-10min Ladung hatte der Leaf wieder 19% SOC und 43km Restreichweite. Genug für die letzten geplanten Kurz-Strecken. Der Leaf hat in dieser Zeit Vollgas mit 41kW geladen und Leaf Spy zeigte dann wieder 11,6kWh Kapazität an. Dies deckt sich exakt mit der angezeigten Lademenge am Display des Schnellladers (5,41kWh geladen) und dem zuvor dokumentierten Ladestand.

Dann noch ein paar Kilometer gefahren, Kind bei Geburtstagsfeier abgeliefert und ab nach Hause. Dort zum ersten Mal die KEBA P30x Wallbox getestet. Ging nicht. Whaat? Verärgert, dass ich es nicht schon früher getestet habe. Das Ding hat jetzt 1,5 Monate nur herumgeblinkt und gewartet (ja wurde Anfang Februar montiert, weil das Auto ja im Februar hätte kommen sollen). Nichtsdestotrotz, nach ein paar Mal an- und abstecken bzw. Wagen ein/ausschalten und einmal testweise die Sicherung der Wallbox abdrehen, macht es dann “klack” und es ging. Nachdem ich im IT-Bereich arbeite, und hier auch nur Technik am Werken ist, kann man nur sagen: “have you tried turning it off and on again”:

KEBA P30x Typ2 Stecker
KEBA P30x Typ2 Stecker
KEBA P30x - lädt!
KEBA P30x – lädt!

Nachdem ich Hunger hatte, bereitete ich etwas im Backrohr zu und inkl. E-Auto lag der Stromverbrauch kurzfristig dann bei ~9kW. 1,1kW wurden noch von der PV-Anlage produziert, ca. 8kW wurden vom Netz bezogen.

Aktuelle Produktion PV-Anlage & Verbrauch Backrohr mit E-Auto und diversen anderen kleineren Verbrauchern
Aktuelle Produktion PV-Anlage & Verbrauch Backrohr mit E-Auto und diversen anderen kleineren Verbrauchern

Nun packte ich alle Dinge aus dem Kofferraum aus, wie z.B. die original Nissan 17″ Sommerreifen. Es sind übrigens Dunlop ENASAVE EC300 Reifen verbaut. Mal sehen, der Sommer dürfte gerne endlich kommen! Produziert übrigens 41/17.

Original Nissan 17" Sommerreifen
Original Nissan 17″ Sommerreifen

So sieht nun der Kofferraum aufgeräumt aus, mit dem Zusatzzubehör der Einlagematte und der Beigabe vom AH Schaller (Warnweste, Pannendreieck und Erste Hilfe Set):

Testweise gleich mal einen Teil der Rückbank umgelegt. Links und rechts sind die Ladekabel gut verstaut.
Testweise gleich mal einen Teil der Rückbank umgelegt. Links und rechts sind die Ladekabel gut verstaut.
Sooo dreckig war das Auto nach der Fahrt aus Oberösterreich!
Sooo dreckig war das Auto nach der Fahrt aus Oberösterreich!

Nachdem das Auto noch angeeist war, habe ich nicht gleich geputzt. Zuerst lud ich mal an der Wallbox insgesamt 9,6kWh nach (~2h), um dann nochmal Richtung Schönberg am Kamp und Langenlois usw zu fahren. Anschließend noch kurz das Auto mit dem Hochdruckreiniger in Grafenwörth etwas gereinigt und danach den Kleinen von der Feier abgeholt. Am Ende des Tages hatte ich 12% SOC lt. Leaf Spy und 4,7kWh übrig. Das Auto selbst meldete nur mehr 2% und “—” als Reichweite. Ich bin das Fahrzeug auch bewusst leer und keineswegs sparsam gefahren sondern die Strecken zuvor ohne ECO und spritzig unterwegs gewesen, d.h. nach jeder Ortschaft gleich rausbeschleunigt auf 100km/h usw. Das Strompedal hat übrigens gegen Ende beim Durchdrücken noch einen Druckpunkt, da spürt man dann nochmal etwas mehr Beschleunigung. Der Verbrauch dieser Kurzstrecken mit insgesamt 60km und Schnitt 50km/h lag bei 17,3kWh/100km.

Am nächsten Tag (19. März) soll es dann von zu Hause über Wien nach Brunn am Gebirge und zurück gehen.