XPENG G6 Performance – Die Verwandlung

(Bearbeitet mit Google Gemini)

Ich habe beim Hyundai IONIQ 5 immer mit den matten Lackierungen geliebäugelt, aber die Pflege des Mattlacks und die Problematik, dass man kleine Kratzer/Schäden nicht ausbessern kann, waren für mich damals ausschlaggebend, eine normale Metallic-Lackierung zu wählen (Lucid Blue Pearl – quasi hellblau). Erste Erfahrungsberichte in diversen Foren zeigten aber, dass sich der Mattlack doch halbwegs praxistauglich darstellte – aber natürlich soll (bzw. darf) man damit nicht in (alle) Waschstraßen oder die Fahrzeuge mit Wachs behandeln.

Beim XPENG G6 stellte sich diese Frage aber leider gar nicht. Es gibt nur eine kleine Auswahl an “Farben” (weiß, grau, silbergrau, schwarz, und “Stellar purple”), die dem Einheitsbrei der Branche derzeit entsprechen, zumindest in Europa. Da mir weiß und grau optisch nicht zusagten und dieses Flieder-artige Stellar Purple noch weniger, blieb nur die “Farbe” schwarz übrig. Diese ist auch ideal, um später eine Folierung anzubringen, da beispielsweise an Kanten oder Türen/Kofferraum etc. nicht andere Farben durchblitzen.

Angeblich sieht man bei schwarzen Autos auch relativ schnell Verschmutzungen, aber zumindest meine Erfahrung in den ersten 3000 km war, dass es nicht so krass auffällt, wie ursprünglich gedacht. Da habe ich auf der Straße schon ganz andere Fahrzeuge, z.B. in weiß gesehen, die dann schon mehr schwarz wirkten vom Dreck. Da blieb mein schwarzes Fahrzeug doch vergleichsweise schön anzusehen (ok, erwischt 😀 aber an dem Tag sahen alle Fahrzeuge so aus und da gefällt mir irgendwie dreckiges Schwarz noch viel besser als dreckiges Weiß). Das eine oder andere Mal mit dem Hochdruckreiniger/SB-Lanzenwäsche abspülen ist aber natürlich dennoch ratsam bei jedem Auto im Winter, auch aufgrund des Salzes. Die 2-3 Euro sind hier gut investiert.

Nach 3000 km hatten wir uns an das glänzende Schwarz des Fahrzeugs gewöhnt und eigentlich gefiel es dann doch schon ziemlich gut. Wirkt sehr ästhetisch und sportlich aggressiv. Dennoch blieb ich bei meinem Wunsch eine Vollfolierung des Fahrzeugs durchführen zu lassen, wie bereits in einem meiner ersten Blog Posts erwähnt.

Vinylfolien, TPU, PPF – WTF?

Wenn man zum ersten Mal mit den Begriffen der Branche bei Recherchen in Kontakt kommt, kann man schon mal etwas überfordert sein. Neben den Folierungen mit Farbfolie oder Steinschlagschutzfolie (PPF, häufig TPU-basiert) oder sogar farbigen PPF-Steinschlagschutzfolien gibt es auch noch die Möglichkeit zu Keramikversiegelungen usw. Nach einiger Zeit an Recherche, Einholung anderer Meinungen, Aussagen der Folierer selbst und letztlich der Kosten, entschied ich mich für die Farbfolierung, auch wenn diese gewiss auch Nachteile hat (wie z.B. eine kürzere Haltbarkeit, sobald diese auf dem Wagen verklebt ist).

Die Steinschlagschutzfolie (PPF) war mir bei den Angeboten ganz einfach zu teuer, auch wenn diese länger am Fahrzeug bleiben kann und sicher auch den Wiederverkaufswert hebt. Aber letztlich bleibt das Auto dann wieder schwarz und obwohl ich ein paar kleinere Steinschläge beim IONIQ 5 hatte, war dies bei der Rückgabe kein Problem. Gekostet hätte mich das komplette Fahrzeug zwischen 4500-5000 Euro in transparenter PPF-Folie. Nur die Front inkl. Stoßfänger, Motorhaube, Kotflügel, Spiegel und A-Säulen wäre immer noch bei 2200-2500 Euro gelegen. Das war es mir dann nicht wert, da ich auch eine farbliche Veränderung anstrebte.

Im Xpeng-Fahrer.de Forum machte mich ein User auf farbiges PPF aufmerksam, von der Firma CYS, die auch über 300 Farben im Angebot haben (bzw. 70 direkt verfügbar). Dies hörte sich doch ziemlich interessant an und es gibt sogar matte Farben im Angebot, ich hatte mich aber schon irgendwie für die klassische Folierung mit Vinylfolien entschieden – auch wenn diese keinen (oder nur geringen) Steinschlagschutz bieten.

Matte Night Blue Metallic

Mit der Farbe “Matte Night Blue Metallic” von Avery Dennison liebäugelte ich bereits seit Jahren und habe mich nun für diese Vinylvollfolierung entschieden. Je nach Lichtquelle stellt sich die “Matt Metallic” Folie etwas anders dar, manchmal dunkelblau Richtung lila, bzw. etwas heller bei Sonnenlicht. Preislich lag die Ausführung für die Vollverklebung, welche natürlich eine umfassende Reinigung vorab beinhaltete bzw. auch ein Leihauto, bei ca. 2900 Euro. Zusätzlich wollte ich noch rote Designstreifen am unteren Rand des Fahrzeugs und ich wählte hier das dunklere “Burgundy Rot” in glänzender Ausführung als dezenten Kontrast (Aufpreis 250 Euro).

Um das ganze Vorhaben noch weiter zu toppen, entschied ich mich ziemlich kurzfristig auch noch für die Lackierung der Bremssättel, welche der Folierer dann ebenfalls noch durchführte (Aufpreis inkl. Arbeit 250 Euro). Das eingesetzte Produkt ist von Foliatec, Farbe “Racing Rosso“. Die anderen Farben würden – finde ich – optisch nicht wirklich zur Folierung passen und wenn die Folierung zu einem späteren Zeitpunkt entfernt wird, passt dieses rot immer noch sehr gut zur schwarzen Ausgangsfarbe.

Foliatec Bremssattellack, Farbe Racing Rosso (Quelle: https://www.foliatec.com/Bremssattel-Lack-Set/2160)

Insgesamt war das Fahrzeug 10 Tage beim Folierer, unter anderem auch weil die Trocknungszeit für den Bremssattellack länger dauerte – der Lack muss auch 3x aufgetragen werden und dazwischen natürlich immer wieder eine Weile trocknen.

Nachkontrolle / Pflege

Nach 10 Tagen überprüft der Folierer nochmals das komplette Fahrzeug (Nachkontrolle), bis dahin soll ich es auch noch nicht mit Reinigungsmitteln waschen. Zusätzlich habe ich noch ein Stück der Folie mitbekommen, um auch testen zu können, ob beispielsweise mein Enteisungsspray oder das Scheibenfrostschutzmittel zu Veränderungen in der Folie führen. Diese enthält Metallpartikel, welche theoretisch rosten könnten, wenn die chemischen Mittel zu aggressiv bzw. ätzend wirken.

Ansonsten ist die Pflege ähnlich zum Fahrzeug wie gewohnt und werde weiterhin mit Lanzen/SB-Wäsche in ausreichend Abstand und mit meinem langflorigen Autowaschhandschuh den Schmutz entfernen und hoffentlich möglichst Mikrokratzer vermeiden 🙂 Laut ChatGPT/Gemini wäre für diese Folien folgende Herangehensweise ideal für eine SB-Routine:

  1. Vorsprühen: Groben Schmutz mit dem Hochdruckreiniger entfernen (Abstand halten).
  2. Schaum: Den ganzen Wagen einweichen.
  3. Kontaktwäsche: Mit dem Langflor-Handschuh und einem Spüleimer von oben nach unten waschen.
  4. Klarspülen: Den Schaum mit normalem Klarwasser gründlich entfernen.
  5. Finale: Den gesamten Wagen mit Osmosewasser (Glanzspülen) abspülen.
  6. Trocknen: Mit einem sauberen Tuch sanft abtupfen. Dazu nutzte ich bereits diese Mikrofaser-Trockentücher beim schwarzen Lack.

Tag der Abholung

Folgende Fotos entstanden am Tag der Abholung im Arbeitsraum/Box des Folierers bei seinem hellen Arbeitslicht. Später war ich noch am Schnelllader bzw. am Abend an AC nochmal auf 100% vollladen, da das Auto eine Meldung brachte, dies wieder einmal durchzuführen.

Ich entschied mich auch bewusst die Logos und Schriftzüge wieder auf das Fahrzeug kleben zu lassen, da dieses neu am Markt ist und andere es ruhig erkennen sollen 🙂 Außerdem ließ ich die Türgriffe in Wagenfarbe folieren bzw. auch die Spiegel zur Hälfte. Den oberen Teil des Daches ließ ich schwarz.

Hier noch ein paar kurze Videos rund um das Auto (Hintergrundmusik vom Folierer), bei denen man auch gut die Farbdarstellung bei diesem Licht erkennen kann. Beim Zwischentermin mit dem Folierer haben wir denke ich über 1h lang den optimalen Verlauf und Dicke der roten Streifen diskutiert, um diesen dezent zu halten und die Umsetzung im Rahmen des möglichen durchzuführen.

Hier noch ein Bild von draußen auf einem Parkplatz in Tulln bei stark bewölktem Wetter. Man merkt gleich den leicht helleren Metallic-Blauton an manchen Stellen:

Ansicht bei bewölktem Wetter tagsüber

Manuelle Vorkonditionierung läuft weiter

Ich habe das Fahrzeug auf diesem Parkplatz mit 36% SOC um 13:06 Uhr abgestellt und wollte hier auch testen, ob die manuelle Vorkonditionierung des Akkus weiterläuft, da ich nachher noch zum Schnelllader wollte. Um ca. 13:44 Uhr kam ich zurück zum Auto und der SOC lag nur mehr bei 31% und laut CarScanner hat sich auch die Akkutemperatur entsprechend erhöht. Also wurde der Akku auch temperiert, ohne dass ich im Fahrzeug oder der Schlüssel in der Nähe war und verbrauchte offenbar 5% SOC in ca. 38min (oder weniger, ich weiß nicht, wann die Vorkonditionierung genau endete).

Ladevorgang an 300 kW Station

Leider geteilt mit einem Schnarchlader von Renault. Der Händler dürfte seinen Wagen am Schnelllader auf 100% vollladen und blockiert somit leider schnellere Ladegeschwindigkeiten. Immerhin gab die Säule 225 kW zur Verfügung (also möglicherweise 75 kW Stacks bei der 300 kW Station), aber der Renault e-Megane lud nur mehr mit 9 kW (und das länger als ich von 10-80% benötigen würde). Wäre in Zukunft schön, wenn die HPC Charger auch kleinere / dynamische Last-Unterteilungen unterstützen würden.

Renault e-Megane blockiert den HPC… immerhin gibt die Säule 225 kW von 300 kW frei (und meldet dies auch am Display vorab – das war zumindest erfreulich).

Mein Verbrauch ist aktuell auch übrigens krass / unerwartet hoch und bei 100% zeigt mir das Fahrzeug maximal noch 250 km Reichweite an – und das obwohl ich derzeit im ECO-Modus und maximal 120 km/h bzw. teilweise ohne Heizung unterwegs bin. Eventuell ist hier auch die Akkuheizung bei kalten Temperaturen Schuld?

Andererseits meldete das Fahrzeug während der HPC Schnellladung, dass ich “dringend” den Akku auf 100% am besten via AC-Station laden soll, um diesen zu konditionieren. Man soll den LFP-Akku laut Anleitung ja immer wieder mal auf 100% aufladen. Passt für mich irgendwie aber nicht so gut, da ich zu Hause nicht laden.

Farb-/Lichtverhältnisse in der Garage

AC Ladung auf 100% am Abend

Also einen AC-Lader gesucht. In 5min Gehweite habe ich mehrere AC-Stationen, welche aber leider auf Supermarkt-Parkplätzen oder am Bahnhofsparkplatz sind. Die beim Supermarkt sind explizit als “maximal 1h Parkdauer” ausgewiesen. Bei Lidl sogar mit Videoüberwachung und Pönalen. In den AGB steht auch folgendes:

Das Laden Ihres Elektrofahrzeugs ist anlässlich Ihres Einkaufs in unseren Filialen, auf deren Parkplatz sich der jeweilige Ladepunkt befindet, für die Dauer des gesamten Ladevorganges zulässig („zulässige Ladezeit“), wenn dieser die zulässige Höchstparkdauer von einer Stunde nicht überschreitet.”

Lädt dort dann überhaupt jemand? Also jetzt außer mir für 13min um 0,42 Euro – wäre zwar günstig für 19ct/kWh aber das bringt halt nichts (hätte 1,5h auf 100% Ladung benötigt, aber maximal darf ich 1h auf dem Parkplatz sein). Ich meine, das Ladekabel anstecken, den Ladevorgang über die App starten usw. dauert ja fast schon länger als der Einkauf. Und dann bekommt man maximal 25-40km Reichweite dazu. Sorry. Nope. Und dann vielleicht wundern, warum das nicht genutzt wird, außer von alten Teslas oder Smart bzw. wenigen anderen E-Autos mit 22 kW AC-Lader. Ich bevorzuge da definitiv die Supermärkte, welche auch HPC-Charger anbieten.

Auch am Bahnhof in Tulln sind mehrere 11 kW AC-Ladestationen. Das Parkhaus darf aber nur genutzt werden, wenn man auch einen gültigen Fahrschein hat, was auch kontrolliert wird und mit Strafen zu rechnen ist.

Somit musste ich zu einer anderen AC-Ladestation ca. 10-15min Gehweite von zu Hause, was die ganze Sache dann etwas unpraktikabel macht, dass ich regelmäßig via AC-Stationen auf 100% laden soll. Also zuerst mit DC so weit wie möglich auf 80-90% laden und den Rest via AC vollmachen? Oder ist das wieder nicht gut und soll von 10-100% mit AC vollgeladen werden, um die Akkuzellen zu balancieren?

Hier noch ein paar Fotos des folierten Wagens am Nachmittag bzw. Abend bei Dunkelheit und Straßenbeleuchtung:

Zusätzliche Anmerkungen – Valet-Modus?

Das Fahrzeug stand insgesamt 10 Tage beim Folierer, aber es gab bzw. gibt leider keinen Valet-Modus, bei dem das Fahrzeug eingeschränkt wird. Ich habe dies damals zumindest vorab nicht herausgefunden, wie ich unterbinden kann, dass jemand anderes Zugriff auf meine Apps (Amazon Music, Spotify, Audible, usw.) erhält, bei denen ich ja aktiv eingeloggt bin. Es gibt zwar einen Gast-Modus, aber dieser hat irgendwie nicht so funktioniert bei mir, wie ich erwartet hatte. Außerdem ist mein Account mit Kalender verknüpft, das heißt die Werkstatt sieht auch private Details, was eigentlich nicht sein sollte. Die Apps habe ich daher vorab gelöscht, aber der Zugriff auf den Kalender war theoretisch möglich.

Wenn jemand Infos dazu hat, wie man dies hier am besten handhabt/absichern kann, bitte gern um Infos und habe hier einen Thread dazu gestartet. Laut ersten Antworten im Forum soll der Gastmodus nur via App beendet werden können. Dies war bei mir nicht der Fall, aber vielleicht liegt es an der Handy-Verbindung, wenn man sich nähert, was natürlich auch blöd wäre. Dies muss ich noch weiter testen. Die Synchronisierung des Kalenders kann man über die Einstellungen der mobilen App deaktivieren.

Der nächste Werkstattaufenthalt kommt bestimmt, aber hoffentlich nicht bald 🙂